Unbehagen

Unbehagen

Traum und Wirklichkeit eingefangen in Asbest
während Hoffnung mich verlässt
und ich in Trauer schäume
seh ich keine Räume
für mein Leben hier

doch will ich sein
wie ich
bin wie ich
wohin mit mir

Träume tretend
vorbei an Eilenden Milizen für die Zeit
vorbei an schreienden Aufsehern für das Morgen
vorbei an denkenden Männern mit Kragen, ohne Sicht

will ich sein
wie ich bin
wie ich sein will
ich will sein

JB 10-2014

Baumhaus

Der Greif

Der Greif

Deine Flügel halten meine Seele gespannt,
Fliegst du, reißt mein Seelenfaden.

Bleib bei mir Greif,
Mein Herz pumpt für Dich
Den roten Saft aus vielen Adern.

Bleib hier, um zu beschatten, was ich war.

Wenn ich jetzt leicht bin, wohin?

Nach oben will ich, um zu schauen.
Nach unten will ich, um zu begreifen,
wer wir sein könnten.

JB 9-2014

dergreif

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Tropfen Glück

Ein Tropfen Glück

Die Tropfen dieses Leidens heißen Scheu,
Vergib mir meinen Namen.
Ich hebe Dich in diesen Fluss,
Denn Du bist neu.
Ich gieß mich aus mit all den Farben.

Und wie ich fließe,
So schaust Du zurück.
Und wie ich gehe,
So bist Du verrückt.

Und wenn ich mag,
Dann hast Du mich verzückt.
Wir reichen uns dies heil’ge Glück.
Kommen zum Schluss mit großen Gaben.

8-2014 JB

Wirbelsturm

Mandelblüten

I. Zwei Seelen schweben vor sich hin
und träumen voneinander.

Wer glaubt, dass sich das alles find,
hat Hoffnung für das innre Kind.
Wo gleichen wir einander?

Wenn sie dann schweigt und ihn umkreist,
Ganz halten sie sich wieder.

Und wenn sie wissen, wo sie sind,
Dann wächst wieder der Flieder.

II. Smaragd und Bernstein
Versuchend rein im Sonnenlicht
und was er denkt und was sie spricht.

Durch Tage, Nächte, Morgen streifen
und auch die Putzfrau will begreifen.

Was mich hier hält, ist seine Sicht
und wer er ist und wie er bricht.

Und wenn zwei Welten sich berühren,
dann dürfen dass auch andre spüren.

III. Blumengrüße
Glockenblumen meine Augen,
Sonnenblumen meine Haare,
rote Rosen meine Lippen,
will dich endlich damit küssen.

JB 8-2014

doodle

Brennen im Kopf

Brennen im Kopf

Wer hilft, wenn niemand schlafen kann;
der Arzt, das Bett, die Schwester?

Wer hilft, wenn Träume baden gehen;
der Vater, der Junge, der Unheilige Sohn;
Oder doch Abwesende Liebste?

Und so geht sie dahin die Zeit,
wenn Träume brennen lernen;
wenn Körper krankend sterben.

8-2014 JB

Monster

Gitterstäbe

Gitterstäbe

Von Schemen umgeben
wie von Gitterstäben

sind sie
auf der Suche
auf der Jagd

mit Komagrinsen im Flackergesicht

mit leisen Worten
mit Hintergedanken
mit besten Absichten
mit offenem Herzen
mit stummen Blicken
mit losem Mundwerk
mit Klammergriff

und dann da du und dann da ich

doodle red green eye

Zeit zu leben

mondsichel

Liebster Traum, sei mein Gefährte, solang ich Stille suche.

Du sei mir Nahe, sobald ich mich hier wieder finde.

Besuchst Du mich, wenn ich Dich einlade?

Ich rufe Dich so oft, ich will Dich nicht verzaubern.

Wenn ich Dich wiedersehe, werde ich nicht auf Dein Lächeln hoffen,

meines will ich Dir schenken.

Farbenspiele

Farbenspiele

Wenn der Himmel schwarz
herunter tropft auf meine Füße,
hab‘ ich ihn zuvor angemalt
mit meinen Sorgen.

Wenn Sonne scheint
in meine Fenster,
ist das die Hoffnung,
auf ein heit’res Morgen.

Wenn all mein Fühlen Farbe ist,
so mal ich oft mit schwarz und blau.
Verlass‘ mich auf die Einsamkeit
und seh‘ mich als die Wolkenbraut.

Doch träum‘ ich uns in regenbogenbunt.
Und auch mein Herz das pumpt,
damit sein Rot auf meiner Haut
Dir ohne Worte alles anvertraut.

JB 1-2014

Doodle black