Donnergrollen

Zorn mischt Gedanken und Gefühle
Eine Mischung so explosiv, wie Mehlstaub in der Mühle
Gericht im Innern und immer wieder
Wächst aus mir heraus die Wut zum wilden Sturm.
Zur Ruhe ruft mich nur der Duft von Flieder
Hege Verdacht auf eine gebrochene Schleuse in einem alten Fühlensstrom

Dabei ist Donnergrollen wie echte Poesie
Wenn die Walküren über den Himmel stürmen
Das Ziel eines Gewitters ist pure Harmonie
Hoch und Tief finden sich in Wolkentürmen
ach dem Gewitter klart schnell der Himmel auf
Die Sonne nimmt den altbekannten Lauf

Unglaublich ist der Worte Gleichgewicht
Denn immer wieder ist da dieses Brausen
Ganz ohne Trümmer vergeht das nicht
Wenn Gefühle um meine Blinde Ecke sausen
Dann wallt Nebel auf für alle und der ist allzu dicht

Doch eh ich mich an mir selbst wieder verbeiße
Geh ich nun gern direkt auf Du und Du
Vergraule so Manchen auf diese Art und Weise
Bei Konfrontation drückt einem schnell der Schuh
Doch folgt in der Weite die Ernüchterung
Durch Wahrheit passiert oftmals nachhaltige Läuterung

Der Wind weht durch die Räume meines Geistes
Und lässt die Worte strömen aus meinem Mund
Bin zwar kein Kind mehr, mein Gedicht verheißt es
Der Letzte Vers, der macht vielleicht die Dichtung rund:

Wut und Groll waren bisher unbekannt auf meiner Lebenslinie
So glaube ich an die Macht meiner Familie
Vermacht mir alte Leiden in neuem Gewand
Lässt mich reisen in einem unerforschtem Land
Und fühle ich mich verkannt, in all der wilden Pein
Das Auge, was ich in mir finde, lässt mich schlussendlich erstmals ausgeglichen sein.

JB-08-2019

Flimmerland

Bin ich entstanden
Durch Raumgefühl?
Bleiben war mir zu viel
Das Licht ohne Konstanz
See aus Leere vor meinen Füßen
Wer will mich da begrüßen?
In dieser Blase aus Ego
War doch schon immer so
Allein im All
Umkreist der Schall den Fall
Wenn Hütten dann Paläste werden
Wird Hochmut abfärben?
Das Alte Lied
Wie ging es noch?
Den Plan geschmiedet
Und verraten
Die heeren Ziele
Die heiligen Taten
Flimmern wiederholt
Auf Flachbildschirmen
Ich zahl die Raten
Und Narziss johlt

Hinter Türen


Hinter den Türen lauern Monster.
Und ihr ruft mich Schwach, weil ich sie sehe,
wie ich langsam untergehe:
In dieser Welt, die doch ihr geschaffen habt,
In der ihr alles Ergriffene so hasst.

Hinter den Türen lauern die Monster,
Mit bitterem Grinsen in ihren Fratzen.
Bringen Träume wie Blasen zum Platzen
Und bitten mich um ihr Verschwinden.
Will sie an diese Worte Binden.

Hinter den Fenstern lauern Schatten,
Die mich umnachten mit ihren Blicken,
Die mir grausame Nachtmahre schicken.
Fühl mich verbannt aus den Herzen der Leute.
Beweg mich natürlich, werd so nicht ihre Beute.

Hinter den Türen lauern viele Monster.
Ich öffne jede einzelne, wieder und wieder.
Strecke danach die verkrümmten Glieder.
Befreie mich von all den Schrecken,
Die sich nach meiner Angst die Münder lecken.

Hinter den Fenstern lauern Schatten,
Ich tanze trotz allem für mich im Kreise,
Singe „Paranoid“ auf lauteste Art und Weise
Fühl mich auf der Lebensbühne,
Wo ich für meine Gedanken schulde und sühne.

Hinter meinen Türen lauern Monster.
Du lachst sie an und sie verblassen.
Dein Dasein lässt zahm werden all die Massen,
Die sich im Unterholz meines Gewissens schadlos tun.
Sonst niemals vor meinem Scheitern ruhen.

Hinter allen Türen lauern Monster.
Das Licht in ihren Augen leuchtet Leben.
Ich will ihnen nur so viele Nächte geben,
Wie ich brauche, den Schleier zu heben:

Zwischen Innen und Außen,
Zwischen Leben und Hausen,
Zwischen Sarg und Liege,
Zwischen Furcht und Liebe.
Um täglich im Alltäglichen zu schweben.

JB-12-2018
Waldgeister sind mir lieber

Würfelaugen

Tu alles für den Tanz.
Und jetzt werd‘ ich beschreiben:
Der Faun auf meinen Schultern will mich ganz,
So muss ich ruhen und verschweigen.

Denn Vorsicht mahnt mich ungelenken Schritts,
Den Tritt zu setzen, wo schon andere gingen.
Wagemut lenkt mich in den Schneidersitz.
So will ich beschwingt und vogelfrei für mich neue Wege besingen.

Zu träumen heißt, mit klarem Blick,
Zu atmen, um zu leben.
Tat schreitet fort, ganz ohne Klick,
Gedanken aus Feuer zu erheben.

Wie diese Worte aus dem Klang sich bilden,
Der in mir schwirrt, wie ein Gesetz,
Den Raum zu verbinden und die Silben,
Ein Herz, das sich in Szene setzt.

Es schlägt und ruft mich zur Räson.
Da ist einer und will gefunden werden.
Es flimmert wieder und die Sorgen rauschen Ton in Ton,
hinab den Strom aus Spiegelscherben.

Er spricht in Rätseln,
was ich gut leiden kann.
Durchlaufe Gefühlswellen
Und erhöre diesen Mann:

„Gekleidet bin ich in Asphalt,
Die Stadt sieht dich, so würfle bald
Den Rausch, der von der Saite schallt.
Edelmut ergibt sich am ewigen Wald.“

So sag mir, was der Würfel spricht.
Das Schweigen ist ein Labyrinth.
Teilst du meine Ahnung, was für ein Licht das ist?
Ein kleiner Punkt in der Nacht, der in der Ferne glimmt.

JB-11-2018